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Trauma-Interventionen im Kindesalter

PROJEKTENTWURF

Klassifikation und Wirksamkeit von Traumainterventionen für Kinder und Jugendliche.

I. Klassifikation von Traumainterventionen im Kindesalter

Die Einteilung von Traumainterventionen für Kinder und Jugendliche lässt sich in der klinischen Praxis und wissenschaftlichen Literatur anhand verschiedener, sich ergänzender Kriterien vornehmen (Zehnder et al., 2006).

1. Einteilung nach dem therapeutischen Fokus (inhaltliches Hauptkriterium)

Das primäre Unterscheidungsmerkmal in den aktuellen wissenschaftlichen S3-Leitlinien ist die Trennung zwischen traumafokussierten und nicht-traumafokussierten Ansätzen (Rosner et al., 2019):

2. Phasenbasierte (oder stufenweise) Ansätze

Diese Konzepte kombinieren nicht-traumafokussierte und traumafokussierte Techniken in einem strukturierten, mehrphasigen Ablauf. Typischerweise steht eine Stabilisierungsphase (Vermittlung von Emotionsregulation und Sicherheitsstrategien) vor der eigentlichen Phase der Traumakonfrontation (Rosner et al., 2019).

Hauptvertreter: Die entwicklungsangepasste Kognitive Verarbeitungstherapie (E-KVT), das Skillstraining zur affektiven und interpersonellen Regulation kombiniert mit Narrativer Therapie (STAIR/NT bzw. STAIR/NT-A) sowie gestufte Versorgungsmodelle wie Stepped-Care-TF-KVT (Rosner et al., 2019).

3. Einteilung nach dem Anwendungszeitpunkt (Notfallpsychologie)

Die Notfallpsychologie klassifiziert Interventionen streng nach dem zeitlichen Abstand zum traumatischen Ereignis (Zehnder et al., 2006):

4. Einteilung nach dem Setting und Systembezug

II. Wirksamkeit der Interventionen bei Kindern

Die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit der einzelnen Klassen ist in nationalen und internationalen Behandlungsleitlinien (NICE, ISTSS, Phoenix Australia, AWMF) umfassend dokumentiert (Rosner et al., 2019).

1. Traumafokussierte Kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) – der Goldstandard

Die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie gilt übereinstimmend über alle klinischen Leitlinien hinweg als die Behandlungsmethode der ersten Wahl (Empfehlungsgrad A bei der AWMF; starke Empfehlung bei NICE, ISTSS und Phoenix Australia) (Rosner et al., 2019).

2. Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Die Bewertung von EMDR bei Kindern unterscheidet sich zwischen den internationalen Fachgremien (Rosner et al., 2019):

3. Narrative Expositionstherapie für Kinder (KIDNET)

KIDNET ist eine kindgerechte Adaptation der Narrativen Expositionstherapie (NET) und wurde speziell für Kinder mit multiplen, chronischen Traumatisierungen (z. B. in Kriegs- und Fluchtkontexten) entwickelt (Catani et al., 2005; Ruf et al., 2008).

4. Nicht-traumafokussierte und kreative Ansätze

5. Akut- und frühe Interventionen (Krisenintervention)

6. Die Rolle der Pharmakotherapie

III. Fazit

Für eine effektive Intervention bei Kindern gilt der Grundsatz: Die Sicherstellung des Kindeswohls und die physische wie emotionale Stabilisierung stehen an erster Stelle (Rosner et al., 2019). Sobald eine sichere Umgebung und eine stabile therapeutische Beziehung gewährleistet sind, ist eine traumafokussierte Psychotherapie (TF-KVT oder EMDR) das Behandlungsverfahren der ersten Wahl (Rosner et al., 2019). Je jünger das betroffene Kind ist, desto zwingender ist die aktive Einbeziehung der primären, nicht-misshandelnden Bezugspersonen in den therapeutischen Prozess (Fegert et al., 2013; Rosner et al., 2019).

IV. Quellenverzeichnis